Kürzlich konnte man in einigen Bergsportmagazinen einen Test zu Touren-Bindungen lesen, so unter anderem auch in „Die Alpen“ und dem „Alpin“. Der Test wurde durch die Firma Alpine Content Hub durchgeführt und auch dokumentiert. Die Testresultate waren für mich etwas befremdend zumal ich schon lange mit gewissen Bindungen arbeite, aber noch nie Rückmeldungen oder Probleme in der Art hatte, wie sie Beschrieben wurden. So soll die ATK Freeraider 14 2.0 bis zu 65% Abweichung vom eingestellten Wert erreicht haben. Sehr erstaunlich war auch, dass die Fritschi Eagle Rahmenbindung eine sehr grosse Varianz und bis zu 31% Abweichung ergeben haben soll.

An der ISPO in München hatte ich diese Woche die Chance mit Schlüsselpersonen von ATK und Fritschi zu sprechen. Neben den Neuigkeiten haben wir natürlich auch diesen Test angesprochen. Fritschi liess nach dem Test ihre Scout von offizieller Stelle nachprüfen und lag, wie zu erwarten, bei allen Auslöse-Situationen innerhalb des Grenzwertes von +/-15%. Fritschi geht davon aus, dass für den Test die falschen Instrumente und die falschen Methoden angewandt wurden, bzw. der Test ganz einfach nicht fachgemäss durchgeführt wurde. ATK hat hat sich den original Testbericht von Alpine Content Hub zeigen lassen. Neben der falschen Methodik, die auch Fritschi monierte, haben sie zudem mit den Firmen Kontakt aufgenommen, mit deren Instrumenten der Test durchgeführt wurde. Dort wusste offenbar niemand von einem solchen Test. AKT hat inzwischen eine Pressemitteilung versandt, in der auf die Fehlinformationen im Test hingewiesen wird. Bis auf weiteres sind die tatsächlichen Umstände des Tests im Dunkeln. Höchst wahrscheinlich aber wurden Maschinen und Methoden angewandt, wie man sie bei Alpin-Bindungen anwendet anstatt solche für Touren- und spezifisch für Pin Bindungen, obwohl diese ja bekannt und sogar standardisiert sind. ATK findet es zudem Schade, dass jedes Magazin den originalen Text verkürzt abgedruckt hat, was die Verwirrung noch zusätzlich vergrössert hat.

Darüber hinaus, dass es schade ist, wenn eine Firma, die offenbar nicht die Kompetenz dafür hat, einen solchen Test durchführt und verkauft, wirft es auch ein fahles Licht auf die deutschsprachigen Alpinmagazine, welche diese Testresultate ohne zu hinterfragen, abgedruckt, bzw. noch redaktionell verschlimmbessert haben. Shame on you!